Skip to content

Eisenerz Tourismus

Narrow screen resolution Wide screen resolution Increase font size Decrease font size Default font size
Home arrow Info arrow Geschichte

Vitalbad

logo_vitalbad.jpg

 

 

Galerie und Webcam

galerie_so.jpg webcam_so.jpg
Geschichte Drucken

Die Stadt und ihre Geschichte

stadt2.jpgDie Geschichte der Stadt Eisenerz ist mit der des Erzberges innig verwoben.Wie vielerorts stehen auch hier Mythe und Sage am Anfang. „Die Bewohner sollen einen Wassermann aus der Neustückl-Grotte an der Straße nach Hieflau gefangen haben, der ihnen dann Eisen auf immerdar versprach und den Erzberg zeigte“.

 

 

 

Über die Zeit der Römer und Slawen in Eisenerz ist außer einigen Funden nichts bekannt.
markt-alt.jpgUm 600n. Chr.     1. Besiedlung des Eisenerzer Tales
1282                    in einer Urkunde wird eine Kirche „ad S. Oswaldum“ genannt
1453                    Erneuerung des Marktrechtes
um 1470-1520      Bau der heutigen Oswaldikirche
1510                    2. Juli, Weihe der Kirche durch Bischof Leonard von Lavant
1625                    Gründung der Innenberger Hauptgewerkschaft
1669                    Auffindung der Wunderstufe
1690                    Großer Brand in Eisenerz
1779,1800            Die Franzosen unter Kaiser Napoleon waren in Eisenerz
und 1805
1823                    Einrichtung des Kreuzes auf dem Erzberggipfel
1870                   1. Sprengung mit Dynamit auf dem Erzberg
1873                   Eröffnung der Bahn: Eisenerz - Hieflau
1891                   Bahnlinie Eisenerz - Vordernberg
1921                   Bau des Hugo-Stinnes-Aufzuges (1965 abgetragen)
1938,1945           2. Weltkrieg: Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge müssen auf dem Erzberg  arbeiten
1948                   Eisenerz wird Stadt
1985                   Eröffnung des Sportstadions
1976                   Eröffnung des Hallenbades
1982,1985           Färbelung der Häuser der Altstadt
1984                   Landesausstellung: „Erz und Eisen in der Grünen Mark“

Eisenerz ist eine jahrhundertealte ostalpine Ortschaft eingesenkt in ein Gebirgstal. Die Vielfalt der geologisch bedingten Landschaft, mit wechselvoller Gebirgstruktur, deren markantester Teil der „Steirische Erzberg“ ist. Seit über 1000 Jahren bestimmt er das Werden und das Schicksal der Stadt. Die historische Vergangenheit und die technischen Anlagen zur Erzgewinnung tragen so zur Einmaligkeit eines nicht alltäglichen Ortsbildes bei.
Drei Gebirgsformen aus verschiedenen Erdperioden umrunden den Talkessel und geben so der Stadt ihre landschaftliche Charakteristik. Der schön gelegene Leopoldsteiner See unter den Felswänden der Seemauer vollendet dieses obersteirische Landschaftsbild.

stadt1.jpgObwohl die Römer in ihrer Besatzungszeit eine Straße von Leoben auf den Präbichlpaß gebaut hatten, haben sie in Eisenerz keine Besiedlungsspuren hinterlassen. Erst um 600 n. Chr. drangen von Osten her die Alpenslaven ins Tal ein und wurden sesshaft. Es folgten ihnen die Bajuvaren, die später unter Fränkische Herrschaft kamen. Sie haben uns nur ihre Flurnamen hinterlassen. Zu dieser Zeit erfolgte die erste Ortsbildung.
Anfang des 8. Jahrhunderts wurden königliche Erzrechte am Erzberg vergeben. Der Abbau begann am oberen Berg. Der Umschlagplatz für das gewonnene Rauheisen war Trofaiach.
Nachdem auch nordwärts Verkehrswege erschlossen wurden, hatte man auch am inneren Teil (heute Eisenerz) Erz abgebaut und am Berg selbst in kleinen Öfen, deren Blasbälge mit Hand- oder fußbetriebenen Vorrichtung betätigt wurden, das Erz zu Rauheisen verschmolzen. Diese Arbeit verrichteten zumeist die Knechte der Eisenbauern.
Durch Einführung des Wasserrades im 11. Jahrhundert konnten die Schmelzöfen vom Berg ins Tal gesetzt werden. Dazu musste man ein eigenes, 2 Kilometer langes künstliches Gerinne bauen, um allmählich 18 Schmelzwerke, Radwerke genannt, entlang dieses Gewässers aufzurichten. Ein Wasserrad übernahm für die wesentlich größeren Öfen die Blasarbeit. Mehr und besseres Eisen wurde erzeugt. Das Rauheisen ging hinaus zu den Hammerwerken, wo es raffiniert und zu Stahl verarbeitet wurde, aus dem dann die in ganz Europa begehrten Eisenwaren hergestellt wurden.
Die Städte Waidhofen und Steyr blühten auf unter dem Segen dieses Eisenberges, Wohlstand zog ins Land. Aus den ehemaligen Eisenbauern wurden Radmeister. Die Knappen am Erzberg, die in den Gruben bei Kerzenlicht das Erz brachen und in Säcken zu den Halden brachten, die Arbeiter in den Schmelzhütten, die Kohlarbeiter in den Wäldern und das Gesinde am Hof, bildeten eine große betriebliche Einheit.

rennerstr-alt.jpgDer Grundherr des ganzen Tales war der jeweilige Landesfürst. Die Eisenmaut brachte ihm große Einnahmen. 1453 erneuerte er das Marktrecht und verlieh den Eisenerzern ein neues Wappen.
1548 baute man ein Rathaus und der Platz davor wurde „zierlich“, wie es hieß, gestaltet. Ein Pranger, ein Narrenhäusl und ein Brunnen gaben dem Platz ein märktisches Gepräge und wiesen auf die Rechtsbefugnisse des Marktrichters hin. Zu dieser Zeit errichtete man die spätgotische  Wehrkirche, welche durch ihre architektonische Ausgewogenheit das Ortsbild verschönert.

Am Hang gegenüber bauten 1581 bis 1583 die Radmeister den rustikalen Wacht- und Schichtturm, der jahrhundertelang die Knappen zur Arbeit rief, ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt.
Ein nicht alltägliches Ortsbild hatte Eisenerz in alter Zeit: Radmeisterhöfe, teils mit Arkaden ausgestaltet, da und dort ein kleiner Erker, sgraffito-geschmückte Häuser, sinnige Haussprüche über Eingangstoren und daneben die stetz rauchenden Schmelzöfen, Schlackenhügeln und Eisenplätze, zwischendurch Wohnhäuser und Gewerken, mit Stallungen, Hütten, Badstuben und Traidkästen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein präsentierte sich so dieser Knappenort. Der Marktrichter, der mit seinen Ratsherren den Ort führte und beherrschte – konnte er ja über Blut und Bann richten – hatte es nicht immer leicht. Harte Zeiten ließen die Knappen rebellisch werden. Unter anderem plünderten sie 1683 den Leobner Jesuitenhof im Gsoll. Immer wieder flackerten Rebellionen auf, welche zumeist brutal niedergeschlagen wurden.
oswaldikirche-alt.jpgUm 1580 war Eisenerz fast zu Gänze lutherisch geworden. Der Landesfürst, streng katholisch, griff mit strengen Strafen und einiger Radmeister und Bürger durch. Das Eisenwesen litt darunter, der 30- jährige Krieg brachte anschließend die Eisenwirtschaft fast ganz zum Erliegen. Die Rad- und Hammermeister waren verschuldet, der Landesfürst bangte um sein Mautgeld. Nach Untersuchung wurde 1625 ein Plan beschlossen und durchgeführt, die drei Eisenglieder – Radmeister, Hammermeister und Eisenhandel – in eine Gewerkschaft zusammenzulegen. Sie sollte eine bessere Funktion des Eisenwesens bringen. Die Führung übernahm der vom Landesherren eingesetzte Kammergraf. Die jahrhundertelange Radmeisterzeit hatte damit ihr Ende gefunden. Nach manchen Krisen dieser Gewerkschaft konnte sie wieder Gewinne erzielen, sodass die Radmeister, bzw. ihre Nachkommen in den Genuss bescheidener Zinsen kamen.
Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich ein neuer Ofentyp durch, der Floßofen. Diesen konnte man kontinuierlich betreiben, alle vier Stunden erfolgte ein Abstrich. Das war ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den Stucköfen. Unter Maria Theresia wurde 1747 das Eisenwesen erneuert, aber erst ihr Sohn Josef II. beendete das hemmende Widmungssystem, welches durch seine Schwerfälligkeit eine starke Behinderung für die Eisenwirtschaft war. Die zentrale Verwaltung durch den Kammergrafen hörte auf. Für die Arbeit am Erzberg und für die Förderung gab es neue Impulse, sowie neue technischen Entwicklungen. Die Abbaumethoden hatte man stets den Erfordernissen bis in die heutige Zeit angepasst.

Nach ständigen Krisen und Stagnationen bei der Innenberger Hauptgewerkschaft wurde der ganze Betrieb 1881 von der Alpine-Montan-AG übernommen. Ein neuer Aufschwung begann. Die Bevölkerungszahl stieg, rege Bautätigkeit setzte ein, die ersten Arbeiterhäuser wurden errichtet. Dazu hatte man auch Stallungen gebaut, Gärten und Wiesen vergeben, um die Selbstversorgung der Bergleute zu fördern und ihre Ernährungslage zu verbessern.
In diese Entwicklung hinein brach der erste Weltkrieg aus. Ein Raubbau am Erzberg war die Folge. Wieder mussten neue Einrichtungen und Wohnmöglichkeiten geschaffen werden, welche das Ortsbild neuerlich veränderten. Das Elend des Krieges ließ die alten Formen des Zusammenlebens zusammenbrechen. 1918 übernahmen Vertreter der Arbeiterschaft die Führung des Ortes. Bald darauf begannen die Kämpfe zwischen den politischen Ansichten, bis sie 1938 gewaltsam beendet wurden.
schichtturm-alt.jpgDer Erzberg war für das neue Regime eine willkommene Beute. Man brauchte viel Eisen, denn die Schatten eines Krieges zeichneten sich bereits ab. Eine einmalige Bautätigkeit begann. Auf noch vorhandenen Wiesenflecken im engen Tal, wurden, großzügig und in kurzer Zeit, Siedlungen errichtet. Als der Krieg dann ausbrach, mussten große Barackenlager für die Unterbringung von hunderten Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen bereitgestellt werden.
Die angewachsene Bevölkerung wurde mit sanftem Druck zu funktionierender Volksgemeinschaft gemacht, Betriebsführung und Arbeiterschaft gleichgeschaltet, bis das System und die militärische Macht zusammenbrachen.
Die Russen wurden als Befreier empfangen, beherzten Männern gelang es, sie zu friedlicher Besetzung zu bringen. Eine demokratische Gemeindevertretung übernahm die Führung des damaligen Marktes. Leider konnten sie die Besatzungsmacht nicht daran hindern, Geräte und Maschinen vom Erzberg als Kriegsbeute abzutransportieren. Die gesamte Wirtschaft stagnierte, um bald darauf zu neuer Blüte zu gelangen.
Die gute Wirtschaftslage der folgenden Dezinnen ermöglichten es dem Ort seine städtische Gestaltung zu geben. 1948 ist die Stadterhebung. Ein großes Sportstadion wurde gebaut, Fußballplätze und zwei Tennishallen, auch ein modernes Hallenbad mit Freibad wurden geschaffen, um der nun städtisch gewordenen Bevölkerung sportliche Betätigung zu ermöglichen. Viele Vereine entstanden und auch am kulturellen Sektor wurde viel getan.

Wenn sich auch in diesem historischen Ort, wie anderswo, das Ende des Industriezeitalters abzeichnet, die markante Landschaft und auch die Geschichte des Erzberges als Zentrum des  österreichischen Eisenwesens wird bleiben.